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 Betreff des Beitrags: [FanFiktion] Der Trickreiche
BeitragVerfasst: Mo, 04. Nov 2013, 20:24 
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Registriert: So, 14. Jul 2013, 23:44
Beiträge: 426
Wohnort: Hameln, das ist hinterm Todesstern links
Der zweite teil der September-Reihe und gleichzeitig der Auftakt der neuen Reihe von Anselm N. Rode, „Kategorie: S(erientäter und wahnsinnige Straftäter)"
Der Trickreiche

Kapitel 1

973 nSR.
Mandalore
Tag 12 des Standardjahres; 1800

Sichtlich zufrieden stand September vor seinem Anwesen, das sich nun in der Endphase der Fertigung befand. Dank der enormen Bezahlung, die er von den Verpinen erhalten hatte, konnte September mit dem Bau seines Anwesens beginnen und das Schiff, welches er Durge auf Baros abgenommen hatte, überholen lassen. Nun trug es den Namen Nupraptors Kopf. Der Bau des Anwesens gestaltete sich allerdings wesentlich kostspieliger als September es erwartet hatte, aufgrund sehr vieler Spezialvorrichtungen, die er hatte integrieren lassen. Von einer Fluchtrutsche unter seinem Schreibtischstuhl bis hin zu einem geheimen Tresor tief unter der Erde. Somit waren von der ursprünglichen Summe lediglich 2, 3 Millionen Credits übrig. September hätte gern weitere 10 Minuten vor seinem Bauwerk gestanden, doch es wurde Zeit für ihn, nach Itla’a zurückzukehren. Parciello und Zorkossk erwarteten ihn sicherlich schon. Also lud September einige Kisten in den Frachtraum der Nupraptors Kopf. In zweien befanden sich die unterschiedlichsten Anzüge. 1 Smoking, 2 schwarze Anzüge eines Kuati-Designers und einige Hüte, darunter Fedoras und Zylinder. In zwei weiteren Kisten befand sich Werkzeug und ein neues Verpinen-Scharfschützengewehr, welches September von dem wirtschaftlichen Verwalter der Verpinen als Geschenk überreicht bekommen hatte. Außerdem verlud September einen schwarzen Behälter, der wie ein Sarg aussah, in den Laderaum. Gerade als September den Start des Raumüberlegenheitsjägers initiieren wollte erreichte ihn ein Anruf.
„Ja?“
„Sep, hier ist Splifta. Hier bei den CorSic ist gerade mächtig was los. Dieser neue Commissioner, Paxton ist ganz versessen darauf den Kerl zu fassen, der den Diplomaten der Duros entführt hat.“
„Und weshalb kommt er jetzt darauf? Das ist Jahre her.“
„Nun ja, es wurde seine Leiche gefunden…oder zumindest der Großteil davon.“
„Was?! Die Verpinen haben es nicht geschafft, die Leiche zu entsorgen?“
„Offenbar nicht. Laut der Pathologie wurde er bei lebendigem Leibe in ein Säurebad geworfen. Allerdings haben 3 Finger und die Hälfte seines Gesichtes die Prozedur überstanden. Die tauchten dann in einer Ladung Säuremunition auf. Und jetzt kommt das beste: Wir konnten die Munition bis nach Itla’a zurückverfolgen. Das schränkt die Auswahl möglicher Täter stark ein.“
„Heißt das, die haben mich?“
„Nein, aber sie haben schon auf die Organisation geschlossen. Und von da an ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis sie auf dich kommen.“
„Also, was schlägst du vor?“
„Gib Parciello einen Abschiedskuss und verschwinde von da. Bleib auf Mandalore und räum deine Konten leer.“
„OK, OK. Aber einmal muss ich noch nach Itla’a. Und mit den Konten muss ich warten, bis die letzte Zahlung der Verpinen eingegangen ist.“
„Damit sollten die sich nicht zu viel Zeit lassen. Paxton prüft gerade jedes bekannte Mitglied der Organisation und wie du weißt, bist du hier kein unbeschriebenes Blatt. Spätestens in zwei Tagen wird Paxton alles haben, was er braucht um dich festzunehmen.“
„Ich werde mich um alles kümmern. Vielen Dank Splif!“
„Nichts zu danken. Aber du schuldest mir was.“
„Ich werde daran denken.“

973 nSR.
Itla’a
Tag 13 des Standardjahres; 0600

Trotz des Zeitdrucks, dem September offensichtlich unterlag, blieb er äußerst ruhig, als er Zorkossk und Parciello die Situation schilderte.
„Dann sind wir alle in Gefahr?“
Fragte Parciello nach Septembers Ausführungen.
„Nein, nicht, wenn ihr keinen Fehler macht. Du bist schließlich nur ein Speeder-Händler und kein Krimineller, Parciello. Und du, Zorkossk, bist ein anerkannter Jäger von Trandosha. Der einzige Kriminelle hier im Raum bin ich.“
September grinste, als er das sagte, was in Anbetracht der Situation seltsam erschien.
„Und was wirst du jetzt tun?“
Fragte Zorkossk.
„Wenn morgen die letzte Zahlung der Verpinen eingeht, werde ich meine Konten räumen. Danach tauche ich auf Mandalore unter, bis dieser Paxton es aufgegeben hat, nach mir zu suchen.“
„Was, wenn die dich bis morgen schon haben?“
„Dann wäre das ein Problem. Denn, wie ihr wisst, ist die letzte Zahlung der Verpinen die größte.“
„Dann los, nach Aargau!“
„Mein Konto ist nicht auf Aargau, sondern bei der Coruscanter Zentralbank. Ich werde heute noch nach Coruscant fliegen.“
„Du fliegst direkt in das Nest des Feindes! Dann begleite ich dich. Wenn die Typen da auftauchen brauchst du jemanden, der dir den Rücken freihält.“
So schwer es September auch fiel, doch er musste zugeben, dass er es wirklich nicht mit den CorSics aufnehmen könnte. Nicht allein gegen eine Hundertschaft. Also segnete er diesen Vorschlag mit einem Nicken ab. September sah auf sein Chrono und bemerkte, es wurde Zeit zu gehen.
„Es wird Zeit. Ich reise jetzt ab. Wir hören voneinander Parciello.“
Parciello salutierte kurz zum Abschied. Daraufhin verließ September die Villa. Zorkosssk schritt langsam hinter ihm her. Im Schiff angekommen legte Zorkossk seine Waffen in seine Kabine und setzte sich ans Steuer. Wenige Minuten später befanden sie sich im Hyperraum, mit den besten Wünschen der Itla’anischen Flugaufsicht.

973 nSR.
Coruscant; Nobelquadrant
Tag 14 des Standardjahres; 0850

Der Landeanflug verlief Problemlos, was darauf hinwies, dass noch nicht nach September gefahndet wurde. September mietete ihnen ein Apartment und zog sich um. Für einen Besuch bei der Coruscanter Zentralbank war ein Anzug schließlich passender als eine mandalorianische Rüstung. Seine Crushgaunts tauschte er gegen teure schwarze Leder-Handschuhe und seine Stiefel gegen noch viel teurere schwarze Lederschuhe. Dazu setzte er einen Fedora auf und nahm zwei schwarze Aktenkoffer aus dem Schiff. Diese deponierte er hinter Zorkossk in einem Speeder. Mit diesem begaben sie sich zur Bank. Dort angekommen stieg September aus, während Zorkossk im Speeder blieb. September passierte den Säulengesäumten Eingang der Bank und begab sich an einen Schalter. Eine menschliche Frau empfing ihn dort.
„Ich würde gern etwas von diesem Konto abheben.“
Sagte September und schob der Frau die ID-Card seines Kontos über den Tisch. Sie las die Karte in ihren Computer ein und schaute September verdutzt an.
„Es tut mir leid, aber dieses Konto wurde eingefroren…von dem CorSic-Commissioner.“
September setzte an, etwas zu sagen, doch überlegte es sich anders, da er jetzt gegen die Zeit arbeitete. Er klopfte mit der Karte zweimal auf den Tresen und verließ die Bank. Er bemerkte, wie zwei Beamte in Zivil ihn verfolgten. Daraufhin beschleunigte er seinen Schritt und sprang regelrecht zu Zorkossk in den Speeder.
„Was ist…“
„Fahr!!“
Schrie September bevor Zorkossk den Satz beenden konnte. Plötzlich ertönten Sirenen hinter ihnen.
„Die sind früher auf mich gekommen als ich erwartete hatte.“
„Ich merke das schon!“
Zum Glück war ihr Speeder wesentlich schneller als die der CorSic. So erreichten sie den Raumhafen lange vor den Einsatzkräften. Beide stürzten sie in den Raumüberlegenheitsjäger und Zorkossk startete sofort den Antrieb. Zwar wurde ihnen keine Landeerlaubnis erteilt, doch das interessierte sie nicht weiter. Die Nupraptors Kopf verließ den Raumhafen viel zu schell, als dass sie hätte unter Beschussgenommen werden können. Doch sie waren nicht die einzigen, die den Planeten verließen. 5 Kopfjäger der CorSics folgten ihnen. Kurz vor dem Austritt aus der Atmosphäre erreichten diese Septembers Schiff und nahmen es unter Beschuss. Leider war Zorkossk kein Spitzenpilot, wenn auch besser als September. Daher bereitete es den CorSics keine großen Schwierigkeiten an der Nupraptors Kopf dran zu bleiben, trotz aller Versuche sie abzuschütteln. Zorkossk versuchte alle Manöver, die er kannte, doch die Einheiten ließen sich nicht abhängen. Doch gerade in dem Moment, als die Kopfjäger das Schiff einkreisen wollten, entgingen sie der Schwerkraft des Planeten und Zorkossk konnte den Hyperraumsprung einleiten.
„Das war verdammt knapp Zork! Ich dachte du wärst so ein guter Pilot.“
Witzelte September.
„Nicht unbedingt ein guter, aber ein besserer als du.“
Gab Zorkossk zurück.
„Wohin jetzt?“
„Nach Mandalore. Ich bleibe fürs erste in meinem unfertigen Anwesen dort, bis sich dieser Paxton etwas beruhigt hat.“
„Was wenn sie dich dort schon erwarten?“
„Die CorSics dürfen nicht so ohne weiteres nach Mandalore. Dafür brauchen sie einen Gerichtsbeschluss. Und so schnell bringt selbst ein Commissioner keinen Beschluss durch.“
„Hoffen wir mal, dass sich der Typ an die Vorschriften hält.“

973 nSR.
Leerer Raum über Mandalore
Tag 14 des Standardjahres; 2010

Zorkossk begann nun den Landeanflug und führte dabei einen Scan des Schiffes und der Umgebung durch, nur zur Sicherheit.
„Du hattest wohl Recht. Der Umgebungsscan hat nichts ergeben.“
„Na also, ich sagte es doch.“
Als sie allerdings gelandet waren, erhielt Zorkossk die Ergebnisse des inneren Scans. September hatte sein Anwesen bereits betreten, deshalb tat Zorkossk es ihm gleich.
„Sep!“
Rief er.
„Sep, ich habe die Ergebnisse des inneren Scans. Die haben…“
Eine Salve traf die Wand direkt neben September. Das sprach für sich.
„Ein Peilsender.“
Kommentierte September lediglich. Seine Rüstung lag noch immer in der Nupraptors Kopf, weshalb er umso mehr darauf achten musste nicht getroffen zu werden. Nach und nach strömten CorSic Beamte in Septembers Anwesen.
„Verdammt, die dürften gar nicht hier sein!“
Fluchte er. Allein im Haus waren es zwölf an der Zahl.
„Bleiben sie stehen und heben sie die Hände! Ihr Anwesen wurde vollständig umstellt.“
„Einen Teufel werde ich tun!“
Murmelte September und sprintete die hölzerne Treppe im Eingangsbereich hinauf, den mit Kashyyyker Holz vertäfelten Korridor entlang bis in sein Büro. Zorkossk erreichte den Raum kurze Zeit nach ihm.
„Ihr kleinen Chiss könnt ja doch rennen.“
Bemerkte Zorkossk.
„Und hattest du irgendeinen Plan als du hier hoch gerannt bist?“
„Nicht wirklich, aber jetzt habe ich einen.“
In dem Moment fiel ihm die Fluchtrutsche ein, die er hatte integrieren lassen.
„OK, Zork. Die werden versuchen, die Tür aufzubrechen. Aber wir benutzen das hier!“
Sagte September und deutete dabei auf seinen Schreibtischstuhl. Als er die Skepsis in Zorkossks Augen sah betätigte er einen Knopf unter dem Tisch und der Stuhl fiel herunter.
„Eine Fluchtrutsche.“
Bemerkte Zorkossk.
„Genial.“
Nun fing es an, an der Tür zu hämmern. Doch September sprang in die Rutsche und Zorkossk folgte ihm. Als die CorSics die Tür aufbrachen und einen leeren Raum vorfanden waren September und Zorkossk längst in einem unterirdischen Raum angekommen. Dort standen zwei Aufzüge.
„Der rechte führt zur Landeplattform.“
Sagte September. Also stiegen sie ein. In Sekundenschnelle erreichten sie wieder die Oberfläche. Dort klappte eine Öffnung im Boden auf und der Aufzug entstieg diesem. Die zwei Beamten, die das Schiff bewachten bemerkten gar nicht wie Zorkossk ihre Köpfe gegeneinander schlug. Sofort stiegen sie in die Nupraptors Kopf ein und hoben ab.
„Moment!“
Rief Zorkossk.
„Der Peilsender.“
Hinter ihm stand September, einen kleinen, runden Gegenstand in die Luft werfend.
„Meinst du den hier?“
Fragte September und grinste.
„Und was machen wir jetzt?“
Fragte Zorkossk.
„Wir holen uns meine Kohle zurück. Plus Zinsen.“
Sein Grinsen wurde immer breiter.
„Und wie?“
„Wir besuchen ein paar alte Kumpels. Bring uns in das Jootbeb-System.“


Kapitel 2

973 nSR.
Jootbeb-System; Pichino; Pichini-Potem (Hauptstadt)
Tag 15 des Standardjahres; 0900

„Wen genau suchen wir hier eigentlich?“
Fragte Zorkossk.
„Wir suchen Sponge, den Boss der Pichini-Potem Mafia. Einer seiner Crew-Members ist auch ein Trando. Mal sehen, ob ihr euch umarmt oder umbringt.“
Nach einer Stunde erreichten sie den Eingang zu einem riesigen Restaurant.
„Gehört dem Kerl das alles hier etwa?“
„Ja. Er hat den Besitzer erschossen und das teil einfach übernommen.“
„Verdammt. Das Restaurant hat sein eigenes Parkhaus.“
Im inneren wirkte alles sehr edel. Es gab mehrere Etagen, allesamt in Braun, Schwarz und dunklem Rot gehalten. September, der mit seinem Anzug passend gekleidet war, fiel in einem solchen Etablissement nicht auf. Zorkossk hingegen wurde von allen Seiten angestarrt. Er ignorierte die Blicke einfach und begab sich mit September geradewegs in das verrauchte Hinterzimmer des Resturants. Dort saßen ein muskulöser Cereaner mit schwarzem Bart, ein Trandoshaner von Zorkossks Größe mit dunkel Grünen Schuppen und einem ebenso grünen Jackett, ein Mensch, ungefähr auf Septembers Größe, mit grau-weißen Haaren in einem weißen Anzug, schwarzen Handschuhen und einem schwarzen Hemd, der Zigarre rauchte und ein dünner Mensch in einem gelben Jackett, der ebenfalls gelbe Handschuhe, gelbe Schuhe und eine gelbe Maske trug. Dazu eine schwarze Hose, ein schwarzes Hemd und einen schwarzen Sonnenvisor. Der Mann in Gelb ergriff das Wort.
„Hähää, September! Was machst du denn hier?“
Er hatte eine gleichzeitig schrille und kratzige Stimme auf einem normalen Niveau der Stimmhöhe.
„Dir ein Angebot machen, das du mit Sicherheit nicht ablehnen wirst.“
„Ach ja? Was’n?“
„Das erkläre ich dir gleich. Stell uns doch erstmal alle vor.“
„Ok. Die rosane Kante hier ist P.B., der grüne ist Green, der Herr in Weiß ist Smoke und mich kennst du ja.“
„Mein reptiloider Freund hier ist Zorkossk. Also räumt mal euren Sabacc-Kram weg. Ich gewinne eh immer.“
Das taten sie. Der mit einem grünen filz belegte Tisch war nun völlig frei.
„Und was ist jetzt dein Angebot?“
Fragte Sponge.
„Wir räumen die Coruscanter Zentralbank aus.“
Alle schauten September verdutzt an. Doch Sponge war der einzige, der etwas sagte.
„Also, wie ist dein Plan?“
September begann seine Ausführungen indem er ein Holo der Baupläne des Gebäudes auf den Tisch projizierte.
„Die stammen von einem Freund. Also: Der Tresor ist unser Ziel. Er liegt, anders als in anderen Banken, nicht unterirdisch, wegen der Wasserrohre. Der Tresor befindet sich im dreißigsten Stock. Fangen wir erstmal mit den Gefahren und Schwierigkeiten an. 1: Die Kameras und Notrufe. Captain Splifta, mein Mann bei den CorSic geht von innen in das System und sorgt dafür, dass alle Notrufe von der Umgebung der Bank aus an einem toten Anschluss landen anstatt bei den CorSics. Das gleiche gilt für die Videos der Kameras. 2: Das Personal. Das Personal im gesamten Erdgeschoss können wir mittels modifizierter Rauchgranaten betäuben. Ich weiß nämlich zufällig, dass Smoke ein Experte auf dem Gebiet ist. Im dreißigsten Stock sind noch mehrere Wachmänner, die allerdings kein Problem darstellen dürften. 3: Die Tresorverriegelung. Wir brauchen einfach eine Menge Sprengstoff und dann BAM! 4: Die Flucht. Dafür benötigen wir einen sehr guten Piloten. Hättet ihr da einen in Petto?“
„Ja.“
Antwortete Green.
„Dieser Mando mit dem du einmal gearbeitete hast, Boss, Roso.“
„Alles klar. Damit hätten wir das abgehakt.“
Dann begann Smoke. Er hatte eine raue Stimme.
„Ich setze dann ein paar spezielle Granaten in die Lüftung, das funktioniert immer.“
„Gut, damit wäre der Punkt auch erledigt. Mit Splifta habe ich schon gesprochen. Er ist einverstanden. Sponge, du hast doch sicherlich noch irgendwo Sprengstoff rumliegen, oder?“
„Hähä! Klar!“
„Ich nehme mir dann schon die richtige Menge, wenn du mir zeigst wo. Und wir brauchen auch noch einen, der schwindelfrei und schnell ist.“
„Wieso das?
Fragte Green
„Hmhmhm…das seht ihr dann. Ich verrate doch nicht alle Details des Plans. Sonst stehlt ihr ihn mir noch.“ Sagte September grinsend.
„Hähähää, das würde ich doch nie machen. Aber egal. Asi wäre eine Option.“
„Gut. Bring den Kerl zu mir, ich entscheide dann. Wir benutzen als Ausgangspunkt eins deiner Lagerhäuser. Gib mir bitte die Adresse von einem, das gerade frei ist. Wir brauchen eins, das Platz für einen Speeder, einen Frachter, eine Yacht und noch ein paar andere Dinge bietet.“
„Ja, sowas hätte ich für dich, Sep. Aber jetzt mal das wichtigste: Wie viel genau ist dabei drin?“
„Eine Viertelmilliarde. Vielleicht mehr. Ich schlage vor wir teilen 50/50. 50% für euch, Asi und den Frachter, 50% für uns, Roso, Splifta und das restliche Equipment.“
„Ich will aber 60% du Schwanzlutscher!“
„Die bekommst du aber nicht. Hier wird nach Leistung geteilt. Dabei ist der Plan von mir, also müsste ich 60% bekommen. Also, wenn ich es mir recht überlege…“
„Jaja, schon gut. 50/50.“
„Dann wäre das geklärt. In einer Woche geht’s los. Bis dahin sollten wir alles vorbereitet haben. Du kannst dich zurück lehnen und schonmal deine Creditchips zücken.“


Kapitel 3

973 nSR.
Coruscant; CorSic-Ausbildungsstelle
Tag 17 des Standardjahres; 1500

Captain Splifta war ziemlich dünn für einen CorSic Offizier. Im Gesicht trug er einen Stoppelbart und eine kleine Narbe unter dem rechten Auge. Er stand vor den 13 Anwärtern, die er noch nicht aus seinem Team geschmissen hatte. Doch nun musste ein Weiterer das Team verlassen, weil er bei den Schießübungen versagt hatte.
„Du bist raus!“
Rief er.
„Verschwinde lieber und komm besser nicht zu mir, sonst wird dein Datapad abgezogen und deine Schwäche kompensiert! So, Schluss für heute. Ich habe noch Termine.“
Splifta verließ noch vor dem ersten Anwärter das Gelände, um rechtzeitig bei September im Lagerhaus zu sein. Dort angekommen sah er noch nicht sonderlich viel. Lediglich zwei Büroräume waren bereits fertig. An der vorderen Seite der Halle befand sich eine Treppe nach oben, an deren Ende sich einer der Büroräume befand. Von dort aus rief September ihm etwas zu.
„Hier oben kannst du dich einrichten. Ich habe alles besorgt, was du wolltest.“
„Alles klar. Dann werde ich mal die Umleitung einrichten. Dürfte in ein oder zwei Tagen fertig sein. Hast du mir auch ganz sicher genügend Server-Kapazität zur Verfügung gestellt?“
„Ja, ganz sicher. Genauso, wie du wolltest.“
September zückte sein Komlink und rief Zorkossk an.
„Zork, wie weit bist du mit dem Frachter? Hast du einen gefunden, der passt?“
„Ja, ich habe hier einen alten Crescent-Klasse Transporter im Top-Zustand. Der dürfte leisten, was wir wollen.“
„Gut. Kauf ihn und bring ihn her. Morgen kommt Sponge mit seinen Leuten an.“

973 nSR.
Coruscant; Industriegebiet; Lagerhaus
Tag 18 des Standardjahres; 2000

„Pünktlich auf die Sekunde.“
Bemerkte September als Sponges Baudo-Klasse Sternenyacht in der Lagerhalle absetzte. Noch bevor sie alle die Yacht verließen, erreichte auch Zorkossk mit dem Crescent die Lagerhalle. Sie begaben sich alle in den unteren Büroraum.
„Also, wo ist dein Hacker, Sep?“
Fragte Sponge.
„Der ist oben und Programmiert.“
Dann betrat auch Splifta das Büro.
„Sep, ich…oh, hey Leute. Ich bin Splif. Ich habe den toten Anschluss eingerichtet. Ratet wo er ist.“
„Auf Tatooine?“
Schlug Green vor.
„Falsch! In der Bank selbst. Ich habe einen Techniker rein geschickt. Wenn es so weit ist, greife ich auf das CorSic-System zu und leite alle Anrufe auf den Anschluss um. So bleiben alle Nachrichten wo sie sind.“
„Das ist genial…“
Murmelte Smoke. Dann verließ er den Raum. Als er sich sicher war, dass niemand ihn belauschte zog er sein Komlink hervor und wählte einen Kontakt aus. Der Empfänger des Anrufes meldete sich mit einer tiefen, elektronisch klingenden Stimme.
„Ja?“
„Professor, hier Smoke. Ich habe hier ein paar Leute, die du dir ansehen solltest. Einen Chiss, September und Splifta, ein Mensch. Ist bei CorSic.“
Dann betrat er das Büro wieder und stellte einen silbernen Koffer auf den Tisch. Er öffnete ihn, sodass darin ein kleiner Gastank zum Vorschein kam, der mit etlichen Drähten verbunden war.
„Wenn wir den Koffer in die Lüftung bekommen,“
Begann Smoke.
„kann ich die Rauchbombe jederzeit fernzünden. Der rauch ist mit einem leichten Nervengift versetzt, sodass er jeden betäubt, der ihn einatmet.“
„Was, wenn es da Gasatmer oder Leute mit Gasmasken gibt?“
Gab Zorkossk zu bedenken.
„Wozu sind wir denn bewaffnet?“
Gab Smoke zurück. Nun meldete sich der Ansiotaner das erste Mal zu Wort
„Ich bringe ihn rein.“
„Und wie, wenn ich fragen darf, Asi?“
Fragte Green.
„Überlass das ruhig mir.“
Mit diesen Worten nahm der kleine Mann den Koffer und stieg in den Speeder. September rief ihm hinterher.
„Hey, den brauchen wir noch für…“
„Keine Sorge, du bekommst ihn unbeschadet zurück.“
Asi startete den Speeder und fuhr in Richtung Zentralbank. Dort angekommen betrat er seelenruhig das Gebäude und ging in das Untergeschoss, durch eine Tür auf der ein Schild mit der Beschriftung „Nur für Personal“ hing. Dort entfernte er mit einem kleinen Laser das Verdeck des Hauptluftschachtes und sprang elegant mit dem Kopf voran hinein. In dem engen Schacht bewegte Asi sich hervorragend. Als er einen Ventilator erreichte legte er den Koffer davor ab und kroch zurück. Nachdem er den Schacht verlassen hatte schmolz er mithilfe des Lasers die Ränder der Abdeckung und verschweißte sie somit wieder mit dem Schacht. Gerade als er den Personalbereich wieder verlassen wollte kam ihm ein Mitarbeiter der Bank entgegen.
„Hey, kleiner! Das hier ist nur für Personal. Kannst du nicht lesen?“
Meckerte er. Doch Asi setzte zum Sprung an und erreichte dabei eine unglaubliche Höhe, sodass der kleine Mann dem viel größeren Bank-Mitarbeiter ins Gesicht treten konnte. Dieser ging sofort zu Boden. Aber als Asi den Personalbereich verlassen hatte stürmte auch der andere Mann aus dem Raum und schrie nach der Security. Ein Wachmann einer privaten Sicherheitsfirma kam zu ihm und er deutete auf Asi. Dieser nahm, nun Geschwindigkeit auf und stürmte nach draußen. Der Sicherheitsdienst schien nun von Asi notiz genommen zu haben, da ihn jetzt fünf Leute verfolgten. Asi war allerdings trotz seiner geringen Größe viel schneller als die Sicherheitsleute. Er begann einen Kran hinauf zu klettern, der gerade nicht eingeschaltet war. Die Sicherheitsleute zögerten kurz doch folgten ihm dann nach oben. Sie waren Asi erstaunlich dicht auf den Fersen, obwohl Asi eindeutig der bessere Parcour Läufer war. Auf dem Dach des Krans angekommen sah Asi sich nach einem Ausweg um, denn die Sicherheitsleute waren ebenfalls fast oben. Dann erblickte er ein Dach, etwa auf der Höhe des Krans. Er ging etwa drei Schritte zurück und dann rannte er los. Er rannte, und rannte, und rannte bis er das Ende des Kranarms erreichte. Von dort aus sprang er ab. Er konnte förmlich spüren, wie die Sicherheitsleute ihn im Flug beobachteten. Einen Moment lang befürchtete er, das Dach nicht zu erreichen, doch im nächsten Moment stolperte er schon auf dessen harten, grauen Beton. Asi drehte sich nun zu den Sicherheitsleuten um, die entgegen seiner Erwartungen, ebenfalls zum Sprung ansetzten. Der erste unter ihnen, der es versuchte, landete geradewegs in einem Fenster des Gebäudes und das letzte, was von ihm zu vernehmen war, war das grelle klirren eines zerbrechenden Fensters. Nachdem der Mann an der Entfernung gescheitert war zogen sich die anderen beiden zurück, während einer von ihnen etwas in sein Komlink sprach. Ahnend, was auf ihn zukäme, falls er nicht schnell verschwand, rannte Asi weiter.

973 nSR.
Coruscant; Industriegebiet; Lagerhaus
Tag 19 des Standardjahres; 1500

Als die PPM, Sponge, P.B., Smoke, Green und Asi, an diesem Tag das Lagerhaus betraten, lagen fünf silberne Koffer geöffnet auf einem langen Metalltisch, den September neben dem Treppenaufgang in Spliftas Büro gestellt hatte. Sie alle waren ausgefüllt mit Schaumstoff, in dem sich Aussparungen befanden, in die die darin befindlichen Waffen perfekt passten. Diesmal in seiner grünen Rüstung statt im teuren Designer-Anzug, sprintete September aus seinem Büro.
„Ich habe inzwischen für angemessene Bewaffnung gesorgt. Der Koffer ganz links ist für Sponge.“
Als dieser hinein sah, entdeckte er darin einen neuen Bluebolt-Blaster, der noch vor fabrikeigener Politur glänzte.
„Die Koffer daneben sind für P.B., Green, Asi und Zorkossk.“
Smoke hingegen war kein Koffer zugedacht. Er holte eine Waffe aus dem Halfter an dem Gürtel seines weißen Anzuges hervor, die keiner von ihnen je gesehen hatte. Sie wirkte wie eine alte Projektilwaffe mit ihrem eckigen, fast schon klobigen, weißen Griff und dem langen, fast eckigen, abgerundeten, goldenen Lauf. Smoke zog die obere Hälfte des Laufes zurück und ließ sie wieder nach vorn schnappen.
„Ich bin bewaffnet.“
Kommentierte er knapp. Nun kam auch Splifta aus seinem Büro.
„Ich habe die schwäche in unserem Plan ausfindig gemacht: Die Kameras. Ihre Aufzeichnungen gehen direkt an die Zentrale der Sicherheitsfirma, die für die Bank zuständig ist. Aber ich habe eine Lösung gefunden und die Schwäche kompensiert. Wir leiten die Aufzeichnungen auf unseren toten Anschluss um und lassen der Firma falsche zukommen. Nur ist es leider nicht so einfach live-Aufzeichnungen glaubhaft zu fälschen. Dafür bräuchte man ein Programm zur Berechnung der Wahrscheinlichsten Laufwege und Handlungen der Personen in und um das Bankgebäude. Ein solches zu schreiben bin ich allerdings einfach nicht in der Lage. Glücklicherweise konnte mir ein Freund von Smoke dieses Programm zukommen lassen. Einer, der...entweder unbedingt anonym bleiben möchte oder aus irgendeinem anderen Grund so eine seltsame, tiefe, dumpfe, elektronisch verzerrte Stimme hat. Nun ja, egal, was davon zutrifft, wir haben jetzt einen ziemlich sicheren Plan...bis auf die Tatsache, dass der Pilot noch nicht eingetroffen ist.“
„Den hole ich später ab. Ich treffe ihn auf seinem Schiff. Dort muss ich noch einige Dinge verladen.“
Erwiderte September, woraufhin er sich direkt auf den Weg machte. Er verlud einen großen, schwarzen Behälter, der Aussah wie ein Sarg, in einen Transportspeeder und fuhr los in Richtung Sponges privates Landefeld.

Der Crescent Frachter wurde inzwischen von Zorkossk hierher verlegt. September hatte die Zugangscodes geändert, weshalb nun nur noch er zugriff darauf hatte. Schließlich mussten die anderen nicht über alles Bescheid wissen, vor allem nicht über Septembers Plan bezüglich der CorSic. Nachdem er den schwarzen Behälter in den Frachter geladen hatte kam auch P.B. an, der ihn begleitete. Dieser startete das Schiff und sie traten ihren Weg in Richtung Kuat an.

973 nSR.
Kuat; Raumhafen
Tag 19 des Standardjahres; 1900

Der Name des Mandalorianers, den September suchte, war Roso. Sponges Informationen zufolge sollte er sich in einem Lokal nahe des Raumhafens aufhalten. Dementsprechend suchten September und P.B. das „Carnivora“ auf. Es schien gerade erst eröffnet worden zu sein, da davor ein Schild mit der Aufschrift „Endlich eröffnet“ stand. September überlegte kurz, ob ein Anzug nicht vielleicht angemessener wäre, in Anbetracht der Tatsache, dass das „Carnivora“ ein etwas gehobenes Etablissement war. Er kam allerdings zu dem Schluss, dass er mithilfe seiner Rüstung mehr Erfolg bei der Suche nach Roso haben würde. Schließlich verlieh eine mandalorianische Rüstung dem Träger eine gewisse respektable Aura, wie irgendjemand es September vor einigen Jahren gesagt hatte. Im „Carnivora“ sollten September und P.B. Einen Mann namens Ben treffen, der allerdings Punch genannt werden wollte. Er war der Besitzer des „Carnivora“ und außerdem ziemlich dünn für einen Menschen, wie September erkannte als sie sein Büro betraten.
„Hey, keiner hat mir gesagt, dass heute zwei Mandos kommen würden.“
Begann Punch. Er hatte einen kurzen Bart an Kinn und Wangen, so wie hochgestylte, kurze Haare. Sofort fiel September auf, dass Punch völlig glasige Augen hatte, so als wäre er blind. Dennoch schien er sehen zu können. September fand diesen Umstand äußerst merkwürdig, doch es kümmerte ihn nicht weiter, schließlich waren sie nicht hier, um die Augen eines reichen Mannes zu untersuchen, sondern, um ihren Piloten abzuholen.
„Wir sind hier, um Roso abzuholen. Man sagte uns, wir müssten uns dafür an sie wenden.“
„Ach ja, mein alter...Bekannter, Sponge, hat mich schon informiert. Roso war tatsächlich hier, ein Mandalorianer, wie du. Aber er muss den Termin verpeilt haben. Irgendwann ging er plötzlich raus, so als hätte er es eilig. Zufällig weiß ich aber, wo er zurzeit wohnt. Für ein gewisses Entgelt kann ich ihn herbringen lassen.“
September legte eine Hand an den Westar in seinem Holster.
„Versandkostenfrei?“
Nun legte September den Finger auf dem Abzug.
„OK, OK! Tum...ähh Tony wird ihm Bescheid geben, dass er hierher kommen soll. Ich lasse ihm sagen Sponges rosa-Kumpel und ein grüner Mando warten hier.“

Nach ungefähr einer Standardstunde betrat ein Mann, seinen leicht zitternden Händen nach zu urteilen ein ehemaliger Raucher, Punches Büro und gab den wartenden P.B. und September per Handzeichen zu verstehen, dass Roso in Kürze ankommen würde. Und genau das tat er. Ein breit gebauter Mann in blau-goldener mandalorianischer Rüstung betrat Punches Büro. Anscheinend wollte dieser sich nicht setzen, daher ergriff September einfach das Wort.
„Hat Sponge dich über alles in Kenntnis gesetzt?“
„Nicht über alles. Nur darüber, dass wir groß kassieren werden.“


Kapitel 4

973 nSR.
Coruscant; Industriegebiet; Lagerhalle
Tag 20 des Standardjahres; 1000

Als Zorkossk den Speeder vorbereitete kam er sich selbst ziemlich dreist vor, weil sie vorhatten eine Bank am helllichten Tag auszurauben. Sponge, P.B., Smoke, Green, Zorkossk und Asi verteilten sich auf die sechs Sitze des Speeders, wobei Sponge den Fahrersitz für sich einnahm. September befand sich bei Roso im Frachter und wartete bereits vor der Bank.
„Alles klar die Verbindung steht, alle Notrufe und Videoaufzeichnungen landen direkt am toten Anschluss. Ich bleibe mit euch über eure in-ear Headsets Verbindung.“
Sagte Splifta. Sie alle schalteten ihre Headsets ein, Splifta setzte sich an seine vier Bildschirme, und Sponge startete den Speeder.

September ging in den hintersten Bereich des Frachters, legte seine Rüstung ab und öffnete den großen, schwarzen, sargartigen Behälter, den er bereits am vorigen Tag dort untergebracht hatte. Die Wände des Behälters begannen zu leuchten und man konnte in der hinteren Wand einen Anzug erkennen. Ein sündhaft teurer, schwarzer Anzug. September betrat den Sarg und wie von Zauberhand schloss sich die Tür wieder. Dann begann die Maschinerie, die in dem Sarg steckte zu arbeiten. September wurde ein weißes Seidenhemd angezogen. Vom Boden zogen metallene Arme die Hose zu dem Anzug hoch. Es öffneten sich Fächer in den Seiten. In einem davon befanden sich schwarze Handschuhe, in dem anderen befand sich eine goldenen Verpinen-Splitterpistole, eine Sonderanfertigung, die September vom wirtschaftlichen Verwalter von Roche erhalten hatte. Zuletzt löste sich noch eine Halterung an der Decke des Sarges, sodass ein schwarzer Zylinder eines Kuati-Designers auf September Kopf hernieder ging. Zuletzt öffnete sich ein Fach in der Sargtür auf Septembers Gesichtshöhe. Dahinter verbarg sich eine Weiße Maske in Form einer neutralen Mine. Langsam bewegte sie sich auf Septembers Gesicht zu. Stück für Stück rückte die Maske näher und verbarg Septembers blaues Antlitz.

973 nSR.
Coruscant; Zentralbank
Tag 20 des Standardjahres; 1200

Selbst mit seinem extravaganten Outfit verschwand September in der Masse. Daher brauchten die anderen eine Weile, bis sie ihn entdeckten. Sie verließen den Speeder und öffneten den Laderaum. Jeder öffnete seinen Koffer und sie entnahmen ihre Waffen. Sofort ertönte Spliftas Stimme aus ihrer aller in-ears.
„Und schon kommen die ersten Notrufe, uuund sie laufen ins leere.“
Nun standen sie alle vor der Bank, September und Sponge an der Spitze des Teams. Smoke holte ein Datapad aus seinem Jackett hervor und darauf erschien ein roter Knopf. Ein Tip mit dem Finger auf den Knopf genügte und das Programm schloss sich wieder. Sie warteten eine kurze Zeit, bis die Lüftung den Rauch durch das Gebäude geblasen hatte.
„Lasst die Show beginnen.“
Kommentierte Smoke. Damit betraten sie Bank. Ein Dutzend Fremdweltler mit Gasmasken standen noch im Raum, aber waren völlig panisch, weil alle um sie herum in Ohnmacht fielen. Sofort zückten alle bis auf September ihre Waffen. Dieser marschierte einfach geradewegs durch den Eingangsbereich während P.B. den letzten mit seinem Z-6 niedermähte. Alle anderen hatten bisher ihre Waffen ruhen lassen, obgleich sie bereit waren zu schießen. Schnell aber ruhig gingen sie nun in Richtung Turbolift. Asi bewegte plötzlich seinen rechten Arm hinter eine Säule, so als hätte er Zuckungen. Kaum zwei Sekunden später fiel ein Wachmann dahinter zu Boden. Wieder ertönte Spliftas Stimme aus den in-ears des Teams.
„Jetzt braucht ihr noch den Schlüssel des Chef-Bankiers, um in das dreißigste Stockwerk zu kommen. Ein Muun in einem teuren Gewand.“
Green hob den besagten Muun von der Theke auf und riss ihm einen Metallschlüssel vom Hals. Danach betrat das Team den gläsernen Turbolift. Green steckte sofort den Schlüssel in den dafür vorgesehenen Schlitz. Nach zwei Drehungen gegen den Uhrzeigersinn bewegte sich der Lift nach oben. Schneller als gedacht erreichten sie das dreißigste Stockwerk. Die Tür des Lifts hatte sich gerade geöffnet, als Smoke seine seltsame Waffe zog und zwei Schuss abfeuerte, einen nach Links, einen nach Rechts. Aus dem goldenen Lauf der Waffe stieg eine kleine, kaum erkennbare Rauchsäule auf. Zwei Sicherheitsleute fielen aus ihrer Deckung mit Projektilen in den Schultern. Smoke musste ihre Arme gesehen haben. Doch mit dieser Aktion hatte Smoke den Angriff losgetreten. Ein ganzes Team von Sicherheitskräften tauchte aus den Gängen vor dem Tresor auf und begann zu feuern. Sofort suchten auch Septembers Mitarbeiter Deckung an den Ecken von Gängen, die vom Tresor-Korridor weg führten. Zorkossk eröffnete mit seinem ACP-Strahlengewehr das Feuer auf die Sicherheitsleute. Auch Sponge und Green begangen zu feuern. Lediglich Smoke, September und Asi verblieben in der Deckung. Mit einem Handzeichen bedeutete September auch Sponge, das Feuer einzustellen und nachzuladen, denn er hatte wieder einmal einen Trick auf Lager. September griff sich in das Jackett und holte eine kleine Blendgranate hervor. Genau wie er es erwartet hatte, luden alle Sicherheitskräfte bis auf zwei simultan nach und September konnte ruhig aus seiner Deckung hervorkommen, um die Granate zu werfen. Das Sicherheitsteam, plötzlich vollkommen orientierungslos, war ihnen nun ausgeliefert. September schoss Zweien mit seiner goldenen Verpinen-Splitterpistole direkt zwischen die Augen, Smoke feuerte ebenfalls zwei Schüsse ab, von denen allerdings nur einer jemanden tödlich traf, P.B. schaltete seinen Z-6 auf Dauerfeuer und schoss mit dutzenden Salven grünen Plasmas die vorderste Reihe des Sicherheitsteams nieder. Plötzlich schlug eine Salve direkt neben Sponges Kopf in der Wand ein. Ein Sicherheitsmann hatte sich durch den Seitengang eingeschlichen. Doch Sponge reagierte Schnell. Er zog seinen Bluebolt, schoss dem Mann mitten in die Brust und rief:
„Du fetter Hurensohn!“
September zog ein letztes Mal den Abzug seiner goldenen Verpine, sodass auch der letzte Sicherheitsmann einen völlig lautlosen Tod durch ein Projektil starb. Das Gefecht war endlich beendet. September richtete kurz seinen Zylinder. Sofort, als sie den Tresor erreichten durchfuhr es Zorkossk wie ein Blitz.
„Verdammt! Ich habe die Bombe vergessen! Fierfek! Ich habe die verdammte Bombe vergessen!“
Brüllte er. Doch obwohl niemand sein Gesicht sehen konnte spürte man förmlich, wie September grinste.
„Falsch!“
Begann er und holte einen kleinen, weißen, flachen Gegenstand aus seiner Hosentasche hervor. Darauf erschien die Karte der Umgebung und ein kleiner weißer Punkt, vor dem Eingang der Bank. September tippte diesen Punkt an und zog ihn zu ihrer derzeitigen Position.
„Der Speeder IST die Bombe!“
September hatte diesen Satz kaum beendet, als ein donnernder Knall zu hören war. Ein Teil der Wand über dem Tresor riss vollständig weg. Alle sahen sie nun zu Asi hinüber. Dieser nickte und sprang mit einem riesigen Satz auf den Tresor, um durch das entstandene Loch zu kriechen. Draußen angekommen sah er schon, wie Roso im Crescent den Tresor erreichte.
„Pünktlich, wie erwartet.“
Sagte Asi. Nun ging er zum schwierigen Teil über. Er schloss ein dickes Durastahl-Kabel an einem Magneten an den Tresor an. Das andere Ende hielt er in den Händen. Dann machte er sich zum Sprung bereit und wartete nur noch darauf, dass Roso die Luke des Laderaums öffnete. Als dies geschah sprang er sofort los. An derartige Flüge würde er sich wohl nie gewöhnen. Doch ehe er sich Gedanken darüber machen konnte erreichte er die Ladeluke. Asi schloss das Seil an eine extra angebrachte Halterung an und schnappte sich zwei weitere, ähnlich dicke Stahlseile, die bereits mit dem Schiff verbunden waren. Auf dem zuvor gespannten Seil schlitterte er zum Tresor zurück, um die beiden anderen anzuschließen.
„Alles klar, wir sind so weit!“
Sprach Asi in sein Headset.
„OK, wir sind so weit!“
Gab Splifta an Roso weiter. Dieser ließ das unkommentiert und ließ seine taten für sich sprechen, indem er die volle Leistung des Frachters auf die Triebwerke verlagerte. Leichter als erwartet riss der Tresor aus den Fassungen und Asi mit ihm. Er kletterte direkt an den Seilen hinauf bis in den Frachter.
„Ähh, Leute, die Server. Sie sind fast überlastet. Ich kriege hier mehr Notrufe rein als erwartet. Ihr müsst euch beeilen.“
Erklang es aus den in-ears des Teams.
„Scheiße!! Scheiße, Scheiße, Scheiße! Die Server sind weg! Wenn ich sie nicht schnell neustarte, bekommen die CorSics eine gewaltige Flut von Notrufen!“
Keiner kommentierte. Alle warteten sie noch immer geduldig darauf, dass Roso den Frachter nah genug an das Loch in der Wand heran brachte. Doch Roso hatte einige Schwierigkeiten den Frachter nahe an die Mauer zu bringen, ohne mit dem Tresor anzuschlagen. Es gab einen Fehlversuch, noch einen und langsam wurde Zorkossk nervös. Beim dritten Anlauf erreichte Roso sicher die Wand. Nun konnten alle über die Laderampe den Crescent betreten. Alle außer September. Er seilte sich zum Tresor ab. Dort angekommen zückte er einen Laser aus seinem Ärmel, womit er die Decke des Tresors Stück für Stück aufschnitt. Er hörte ein metallisches Klacken und wusste, der Tresor war offen. Nachdem er das Stück Stahl herunter getreten hatte, sprang er ebenfalls hinunter in den Tresor.
„Wir können los.“
Sagte er daraufhin. Erneut erschien Splifta in der Leitung.
„Der Server steht wieder, aber zwei Notrufe sind durch gekommen. Ihr müsst also mit den CorSics rechnen.“
„Alles, klar. Danke für die Info.“
Gab September zurück. Er holte ein weiteres Gerät aus seinem Jackett hervor. Es war ein Scanner, ein modifizierter Scanner, der die Credit-Chips auf Markierungen untersucht und den Wert verifiziert. Nachdem ein Lichtstrahl alle Chips erfasst hatte, sprach September in sein Headset.
„315, 5 Millionen.“
Darauf vernahm er ein Gemisch aus erfreutem Jubel und ein paar „HÄHÄÄ“s. Zufrieden setzte er sich auf einen Berg aus goldenen Credit-Chips und lehnte sich zurück als wäre es sein Thron.

Doch es war noch nicht vorbei, denn inzwischen hatten Gleiter der CorSic den Frachter geortet. Sie waren schon in Sichtweite, als Roso rief:
„Wir haben hier ein paar Freunde auf dem Scanner.“
Und schon sausten die ersten Salven an dem Crescent vorbei. P.B. kam aus dem Laderaum mit dem Z-6 in den Händen.
„Hallo, Sponge. Hast du Bock auf einen Drive-by?“
„Hähää!“
Sponge öffnete eine Luke an der Seite des Frachters und P.B. lehnte sich heraus. Der erste CorSic-Speeder war in Reichweite und P.B. begann zu feuern. Dutzende Salven prasselten auf den Speeder ein, bis sein Motor zu rauchen begann. Wenig später verlor er drastisch an Höhe und schlug in einen Kühlturm im Industriegebiet ein.
„Hähää! Das habt ihr davon, ihr Schwanzlutscher!“
Rief Sponge. Der nächste Speeder kam in P.B. Reichweite. Auch Sponge begann zu schießen. Eine der Salven aus Sponges Bluebolt durchdrang die Frontscheibe des Speeders und traf den Kopf des Piloten. Der Copilot versuchte verzweifelt das Steuer zu erreichten, doch jeder Versuch blieb vergeblich. Auch dieser Speeder und seine Insassen fanden ihr Ende auf der Oberfläche von Coruscant, in einem Feuerball aus Treibstoff. Auch der letzte Speeder fiel P.B.s und Sponges Dauerfeuer zum Opfer. Daher vernahm September durch das in-ear Headset einige Jubelrufe. Daraufhin holte September sein Komlink hervor, um jemanden anzurufen. Einen gewissen Commissioner Caig Paxton.
„Hier Paxton. Wer ist da?“
„Hier spricht der Mann, der soeben ihr Konto ausgeräumt hat...und vermutlich noch ein paar weitere.“
„Sie besitzen die Dreistigkeit, mich auch noch zu kontaktieren? Während der Flucht?!“
„Ich besaß auch die Dreistigkeit am helllichten Tag in eine Bank einzubrechen. Ich verstehe daher ihre Verwunderung nicht.“
„Verdammt, wer sind sie?“
„Nennen sie mich...Der Trickreiche.“


Epilog

973 nSR.
Malastare; Prof. Dr. Jizax' Festung; Labor
Tag 21 des Standardjahres; 0800

Im Holonet wurde gerade von dem spektakulären Bankraub eines Teams unter der Führung eines Mannes der „Der Trickreiche“ genannt wurde. Jizax war sich nun sicher, dass es richtig gewesen war, den Mann im Auge zu behalten, so wie Smoke es vorgeschlagen hatte. Dieser September, oder „Der Trickreiche“, hatte wirklich einiges auf dem Kasten, wie Smoke es geschildert hatte. Genau genommen war der Mann genial, so dachte Jizax. Auch wenn er ihm ein wenig unter die Arme hatte greifen müssen, mit dem Programm zur Fälschung von Live-Übertragungen. Er beschloss, den Mann zu rekrutieren. Also griff er zum Komlink und verschlüsselte seinen Standort.
„Hallo, sie müssen nicht wissen, wer ich bin, noch nicht, aber ich weiß, wer sie sind, und sie haben sich äußerst interessant gemacht. Ich würde es begrüßen, wenn wir uns einmal unterhalten könnten, von Angesicht zu Angesicht.“

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Don't take life so serious. It's not like you could get out alive.
-Anselm N. Rode


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